Dem Energieleck auf der Spur – die Wärmedetektive sind unterwegs!

Steigende Energiekosten machen die Dichtigkeit eines Gebäudes und eine lückenlose Wärmedämmung immer wichtiger. Wärmelecks sind zum Glück mittlerweile dank modernster Technik recht leicht aufzuspüren. Spezialisten rücken dem Gebäude hier mit Wärmebildkameras zu Leibe, die eine Wärmeverlust-Analyse in vergleichsweise kurzer Zeit ermöglichen.

Energetische Schwachstellen am Haus

Bis zu 25 % der Wärme im Gebäude können durch eine schlecht gedämmte Außenhülle mit Wärmelecks entweichen. Das besagt eine Studie des Fachinformationszentrums in Karlsruhe (FIZ). Besonders hoch sind die Verluste an Außenwänden und Dach, aber auch im Bodenbereich kann Wärme in massivem Ausmaß entweichen. Eine weitere Schwachstelle ist eine schlecht eingestellte oder veraltete Heizungsanlage. Die Wärmeverluste können bis zu 35 % erreichen. Um die Schwachstellen in der Außenhülle eines Gebäudes aufzuspüren, kommt heute die Bauwerksthermografie zum Einsatz.

Wärmebildkamera – Lecks ohne großen Aufwand finden

Die Wärmebildkamera bzw. das Verfahren der Bauwerksthermografie zeigt die Mängel an der Außenhülle zuverlässig auf und dokumentiert sie zugleich in Form von Fotografien. Die Kamera misst das Wärmeniveau an der Oberfläche der Wand bzw. am Dach und erzeugt daraus entsprechende Bilder bzw. Farben. Die zwei wichtigsten Farben sind Rot und Blau: Je mehr Rot das Bild aufweist, umso höher sind die Wärmeverluste, blaue Bereiche stehen für eine hochwertige Dämmung, durch die kaum Wärme entweicht.

Vom Foto zum Bericht – ein Fall für den Wärmedetektiv

Das Abfotografieren der Wärmebrücken mit der Kamera gibt zwar einen Hinweis auf die vorhandenen Leckagen, reicht allein jedoch noch nicht aus, um das Energieverlustproblem auch zu beseitigen. Der Energieberater oder Gebäudetechniker, der die Fotografien erstellt hat, analysiert anhand der Fotos die vorhandenen Schwachstellen im Gebäude zusätzlich und macht Vorschläge zu möglichen Sanierungsmaßnahmen. Diese können dann vom Architekten oder auch vom Handwerksbetrieb umgesetzt werden.

Einsatzgebiete für die Wärmebildkamera

Die Thermografie kann nicht nur für die Ermittlung von Wärmebrücken in der Gebäudehülle eingesetzt werden. Andere Anwendungsbereiche sind zum Beispiel die nachträgliche Berechnung des Energiebedarfs von Fußbodenheizungen oder die Ermittlung von unbekannten Rohrverläufen. Auch Lecks in Heizungsanlagen oder verdeckte bauliche Gegebenheiten wie Baufugen oder verborgenes Fachwerk werden sichtbar gemacht.